Autoradmin

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

Heute ist noch alles Ordnung und morgen schon kann ein unvorhergesehener Zwischenfall eine ganze Familie aus der Bahn werfen. Und das, weil wesentliche Dinge nicht besprochen oder geklärt wurden. Was tun Sie, wenn Sie morgen aufgrund eines unvorhergesehenen Ereignisses Ihre Angelegenheiten nicht mehr alleine regeln können? Wer soll das dann für Sie bestimmen? Angehörige oder Fremde. Sie müssen es bestimmen: Mit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.

Nicht nur das Alter bringt Menschen in eine Lage, in der diese ihre Anliegen nicht mehr selbst in die Hand nehmen können. Auch eine schwere Krankheit und ohne Vorwarnung ein Unfall kann das bisher gewohnte Leben schnell ändern. Haben Menschen dann nicht mit einer Vorsorgevollmacht vorgesorgt, kann eine Betreuung angeordnet ((§ 1896 BGB)) werden. Hier ist es gleich, ob Ehegatte, Lebenspartner, Eltern oder die Kindern dies wünschen.

Der beauftragte Betreuer wird dann alle rechtlichen Dinge erledigen, wozu der Betroffene nicht mehr in der Lage ist. Gleich, ob es finanzielle Dinge, rund um die Themen Haus, Vermögen und Versicherungen sind oder andere wichtige Aufgaben.

Mit 18 zu jung für eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung?

Das denken viele junge Menschen. Jedoch sollte sich jeder ab 18 Jahren darüber Gedanken machen: Was ist passiert im schweren Krankheitsfall oder nach einem schlimmen Unfall? Wer entscheidet für mich, wenn ich es alleine nicht kann? Auf wen kann ich mich in so einer ernsten Situation verlassen? So kann beispielsweise im Ernstfall ein Arzt der Mutter, dem Freund oder der Freundin gegenüber jegliche Auskunft verweigern. Und auf seiner Schweigepflicht bestehen, falls keine Dokumente vorliegen. Dass alleine bescheinigt schon die Notwendigkeit einer Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung, sogar in jungen Jahren.

Um bedeutsame Anliegen zu klären, ist es essenziell in einer Vorsorgevollmacht einen Vertrauten festzulegen, der die Wünsche und Interessen des Betroffenen respektiert und stellvertretend ausführt. Wer im Besitz einer Vorsorgevollmacht ist, bei dem stellt sich gar nicht erst die Frage nach einem Betreuungsverfahren. Konkrete Vollmachten, wie etwa dem Vertrauten eine Kontovollmacht zu erteilen, sind von großer Bedeutung.

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung gehen Hand in Hand

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind gleichermaßen von Bedeutung. Die Patientenverfügung regelt im Einzelnen wichtige Fragen, wie etwa den Wunsch nach medizinischer Betreuung und Pflege. Es wird dokumentiert, wie mit dem Körper in einer schwerwiegenden Situation umgegangen wird. Oder ob der Betroffene mit einer Organtransplantation oder Dialyse einverstanden ist und vieles andere mehr.

Wann ist eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung in Angriff zu nehmen?

Jetzt! Es hat sich immer schon ausgezahlt grundlegende Dinge im vorab zu klären. So erspart sich ein Leidtragender später unangenehme Überraschungen. Denn nicht nur für den Betroffenen ist es beruhigend, auch die Familie kennt und vertritt in Folge dessen die aufgeschriebenen Belange. Eine schriftliche Festlegung ist dringend zu empfehlen.

Durch die Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung wird ein großes Maß an Selbstbestimmung bewahrt. Wälzen Sie die Entscheidungen nicht auf Ihre Familie ab — entscheiden Sie es selbst!

Sterbegeldversicherung: Eine sinnvolle Vorsorge

Was ist der Unterschied zur Sterbeversicherung?

Kurz und bündig: Es gibt keinen! An dieser Stelle sollte allerdings auch einmal gesagt werden, dass es auch keine so genannte Sterbeversicherung gibt, denn man kann sich gegen das Sterben an sich nicht absichern. Allerdings werden beide Begriffe umgangssprachlich als Synonyme verwendet, obwohl es den ersten Begriff im Versicherungsrecht so auf gar keinen Fall gibt und auch kaum ein Vertreter oder Makler offiziell mit diesem Begriff arbeiten wird. Allerdings ist es natürlich sinnvoll, sich um den eigenen Todesfall zu sorgen, denn der flapsige Spruch: „Gestorben wird immer“ oder „Nicht mal der Tod ist umsonst“, kommt nicht von ungefähr. Hier erwarten die Angehörigen meist hohe Kosten, die getragen werden müssen, wenn nicht ein Mahnbescheid und später unter Umständen der Gerichtsvollzieher drohen soll. Dabei sollte immer bedacht werden, dass Bestatter keine gratis arbeitenden netten Menschen sind, sondern ihren Lebensunterhalt eben dadurch bestreiten, dass sie die verstorbenen Angehörigen anderer Menschen bestatten. So manchem wird dies einen kalten Schauer über den Rücken jagen, Fakt bleibt jedoch, dass auch dies eine Arbeit ist, die letzten Endes bezahlt werden muss. Die Kosten sind hoch und bleiben oft unangesprochen, da man an unangenehmen Themen eben nicht gerne rührt.

Den eigenen Trauerfall absichern und gegen Kosten vorsorgen. Wer sich die Frage stellt, ob sich eine so genannte Sterbegeldversicherung wirklich lohnt, sollte sich einmal die Kosten vor Augen halten, die im Todesfall auf die Angehörigen zukommen und die – unabhängig vom derzeitigen Einkommen des Angehörigen und der eventuellen Klärung des Erbfalls und der Nutzung des Erbes – letzten Endes innerhalb kürzester Zeit bezahlt werden müssen. Oftmals erwarten die betroffenen Hinterbliebenen hier Summen im oberen vierstelligen oder unteren fünfstelligen Bereich und da wurde noch nichtmal eine pompöse Beisetzung und Trauerfeier geplant und oftmals sogar noch an der Grabstelle und deren Ausgestaltung gespart, denn alleine ein Grabstein mit Grabeinfassung kann heute durchaus eine fünfstellige Summe kosten, ohne das dabei das modernste und edelste Stück gekauft wurde. Eine Sterbegeldversicherung ist damit eine solide Möglichkeit, um den eigenen Todesfall finanziell abzusichern und auch – zumindest ein Stück weit – für eine würdevolle Beisetzung und eine anspruchsvolle Grabgestaltung zu sorgen. Darüber hinaus kann sie aber auch dann eine angemessene und würdevolle Bestattung garantieren, wenn es keine Hinterbliebenen gibt, die die Kosten übernehmen (können).

Grundsätzlich kann es daher also sinnvoll sein, eine solche Vorsorge zu treffen und den eigenen Todesfall – zumindest finanziell – abzusichern. Dabei beinhaltet eine solche Versicherung in der Regel ein komplettes Paket der so genannten Trauerfallvorsorge, wobei die Bestattungsvorsorge der wichtigste Punkt sein dürfte. Welche Leistungen sonst noch enthalten sind, kann oftmals individuell und im Rahmen der zur Verfügung stehenden Tarife vereinbart werden. Hier lohnt sich auf jeden Fall ein individuelles Beratungsgespräch mit einem Vertreter der gewählten Sterbekasse oder mit einem versierten Makler, der Absicherungen dieser Art im Sortiment führt.

Rechtliche Absicherung dieser Versicherungsart – Was passiert im Sozialfall?

Wichtig zu bedenken ist aber auch noch, dass diese Versicherung und die darin enthaltenen finanziellen Mittel auch im Armutsfall und damit im Sozialhilfefall absolut unantastbar sind. Das Sterbegeld darf also nie dem Vermögen zugerechnet werden, so dass es im Falle der Sozialhilfebedürftigkeit nicht als verfügbares Vermögen gilt. Dies ist eindeutig im § 90 Zwölftes Sozialgesetzbuch geregelt. Damit können auch laufende Beiträge als ein so genannter Mehrbedarf erstattet bzw. übernommen werden, allerdings sollte auch jedem Sozialhilfeempfänger klar sein, dass hier die bloße mündliche Auskunft gegenüber einem Sachbearbeiter nicht genügt, sondern dass ein entsprechender Versicherungsvertrag vorzuweisen ist und der Mehrbedarf dann häufig auch direkt an die Sterbekasse überwiesen wird.

Welche Vertragsgestaltungen gibt es?

Grundsätzlich stehen für das so genannte Sterbegeld verschiedene Möglichkeiten der Vertragsgestaltung zur Verfügung, wobei die meisten Sterbekassen dabei mit festgesetzten Tarifen und Verträgen arbeiten, die der potenzielle Versicherungsnehmer selten beeinflussen kann. Dies beginnt bei einer gewissen Variation der Beitragszahlungen, wobei einige Kassen bis zum 65. Lebensjahr und andere bis zum 85. Lebensjahr Beiträge erheben. Bei einigen Kassen ist auch eine Beitragszahlung bis zum tatsächlich eingetretenen Todesfall und damit ein Leben lang gängige Praxis, so dass sich hier durchaus ein Vergleich lohnen kann. Sinnvoll ist daher aber immer auch der Vergleich von Kosten und Leistungen, denn diese fallen natürlich ebenfalls differenziert aus. Interessant ist zu dem, dass sich die zur Verfügung stehende Versicherungssumme während der Vertragslaufzeit in den meisten Fällen noch durch die jeweiligen Überschussbeteiligungen erhöht.

Wird eine solche Kostenübernahme anerkannt?

Ja, denn in der Regel arbeiten die so genannten Sterbekassen mit den Bestattungsunternehmen zusammen, so dass mit einer solchen Vorsorge eine solide und rechtlich ebenfalls abgesicherte Möglichkeit besteht, um den eigenen Trauerfall – zumindest finanziell – abzusichern. Damit wird den Angehörigen nicht nur eine finanzielle Last abgenommen, sondern auch die Möglichkeit gegeben, in Ruhe und ohne zusätzliche Sorgen und Nöte um den verstorbenen Partner oder den Elternteil trauern zu können. Die Kooperationsvereinbarungen enthalten häufig auch Klauseln zu so genannten Bestattungsvorsorgeregelungen, so dass die betreffenden Bestatter verpflichtet sind, die jeweiligen Kostenübernahmen anzuerkennen. Darüber hinaus besteht aber bei den meisten Kassen auch die Möglichkeit, dass eine Kostenrückerstattung auf das Konto des betreffenden Angehörigen erfolgt, der die Kosten der Bestattung zu tragen hatte. Dies wird immer dann der gängige Weg sein, wenn es mit einem bestimmten Bestattungsunternehmen noch keinen Kooperationsvertrag gibt, so dass die Kosten durch den Bestatter nicht direkt, sondern über den betreffenden Angehörigen verrechnet werden. Das Prozedere muss man sich dann so vorstellen, wie man dies auch von einer privaten Krankenversicherung oder einer privaten Zusatzversicherung ganz allgemein kennt. Es wird eine Rechnung gestellt, diese wird beglichen und im Anschluss werden die Rechnungen zur Kostenrückerstattung bei der betreffenden Kasse eingereicht.

HDH Hinterbliebenenkasse der Heilberufe – Ihr Partner für Todesfallvorsorgen

Ein solider Partner in Hinblick auf eine Sterbegeldversicherung ist natürlich die HDH, die Hinterbliebenenkasse der Heilberufe, wobei hier natürlich der Name etwas irreführend ist. Immerhin betreut diese Kasse in erster Linie ihre Mitglieder selbst, die in der Regel in einem Heilberuf tätig sind, und nicht ausschließlich die jeweiligen Angehörigen. Trotzdem sind es natürlich eben jene Angehörigen, die – im Ernstfall – von der Umsichtigkeit ihrer dann verstorbenen Angehörigen und natürlich von der Kompetenz und Zuverlässigkeit der Hinterbliebenenkasse der Heilberufe profitieren werden. Dabei lohnt sich natürlich frühzeitig eine Kontaktaufnahme und ein individuelles Beratungsgespräch mit einem der bestens geschulten und sozial sowie fachlich kompetenten Mitarbeiter, so dass für jeden Versicherungsnehmer und seine Hinterbliebenen die optimale Absicherungsform und der optimale Leistungsumfang gefunden werden kann.

Pflegeheime – Genussvoller Lebensabend oder Kriminalschauplatz?

Das Vertrauen in Pflegeheime schwindet

Immer wieder machen Alten- und Pflegeheime Schlagzeilen – oft leider nicht nur im positiven Sinn. Während das Wort Pflegenotstand schon mehr als abgelutscht in den Medien herumgereicht wird, werden immer mehr Stimmen des Unmutes aus den Reihen sowohl der Krankenpfleger als auch der Senioren laut, die das wesentliche Problem in den Vordergrund stellen. Allerdings fühlt sich niemand zuständig dafür, die teils haarsträubenden Missstände zu beheben.

Ich will nicht alleine sterben…

Dienstübergabe an die beiden Nachtschwestern in einem norddeutschen Pflegeheim. Der zuständige Pflegedienstleiter erläutert kurz die Vorkommnisse des Tages. Die beiden DGKS sind für 66 Bewohner zuständig – einige davon sind rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Schon während der Dienstübergabe ertönt bereits das erste Mal der Notfall-Alarm. Frau K. liegt im Sterben. Sie möchte nicht alleine sein. Doch die Zeit der beiden DGK-Pflegerinnen ist extrem knapp, da bleibt für Menschlichkeit keine Zeit. Eine der beiden Pflegerinnen holt ein Plüschtier aus dem Dienstzimmer und stellt Frau K. ein Effektlicht in das Sterbezimmer. Auf Psychopharmaka möchte die Krankenschwester vorerst verzichten. Sie möchte die alte Dame mit dem Plüschlöwen und dem sanften Lichtspiel so weit beruhigen, dass sie vielleicht sogar ein wenig schlafen kann. Schließlich warten noch 65 andere Bewohner im Altenheim auf ihre Tabletten, machen sich in die Hose oder irren verwirrt auf dem Gang herum… . Wenn etwas Zeit bleibt, möchte sich die Nachtschwester gerne ein paar Minuten Frau K. widmen. Falls sie dann noch am Leben ist…

Das ist Berufsalltag in deutschen Alten- und Pflegeheimen. Verzweifeltes und überarbeitetes Pflegepersonal läuft Sturm auf die zuständigen Politiker – doch von oben ist immer nur zu hören, dass alle notwendigen und vorgeschriebenen Maßnahmen zur völligen Zufriedenheit des medizinischen Prüfdienstes erfüllt sind.

„…deshalb habe ich das Bett von Herrn B. so weit vom Alarmknopf weg geschoben, dass er mal eine Zeit lang nicht dran kam, und ich mich um die Patientin Frau L. kümmern konnte, die sich eingekotet hat“, war die verzweifelte Rechtfertigung einer Pflegeassistentin, auf die Frage, weshalb sie auf die Notlage von Herrn B. so lange nicht reagiert hatte. Man hatte sich da zu zweit um 74 Bewohner zu kümmern. Ihre Kollegin war im unteren Stockwerk mit einer alten Dame zugange, die gestürzt war, und sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte… . Es dauerte, bis der Rettungsdienst kam, und so bemerkte niemand der beiden Pflegerinnen, dass Herr B. einen Herzinfarkt hatte. Er kam nicht mehr an den Klingelknopf, da man sein Bett weg gezogen hatte. „Herr B. war den ganzen Vormittag lang sehr quängelig und hat alle 15 Minuten nach uns geläutet“, bestätigt auch die zweite Pflegerin die Angabe der Pflegeassistentin. „Wir haben einfach versucht, etwas Zeit zu gewinnen, um uns auch den anderen Personen widmen zu können, und so haben wir ihn von der Wand weg geschoben, damit er nicht andauernd nach uns läutet. Dass Herr B. einen Herzinfarkt erleiden könnte, konnten wir doch nicht ahnen. Er war ein sehr anstrengender Bewohner“… .

So und ähnlich hören sich fast alle Berichte von Pflegekräfte in deutschen Alten- und Pflegeheimen an. Viele berichten von menschenunwürdigen Bedingungen, die durch absoluten Personal- und Zeitmangel entstehen würden. Oft könnten nicht einmal die ärztlichen Anordnungen für die einzelnen Personen erfüllt werden, erzählt ein Pflegedienstleiter. Patientinnen und Patienten würden dehydrieren, weil sie alleine nicht trinken könnten, und sich kaum jemand vom Pflegepersonal darum kümmern könnte, dass die vorgeschriebene Flüssigkeit auch aufgenommen werden würde. An Demenz Erkrankte würden verwirrt durch die Gänge irren, und niemand hat die Zeit, sich ihrer anzunehmen.

„…und dann hat er mir ins Gesicht geschlagen…“

erzählt eine ehemalige Altenheim-Bewohnerin. Sie sei nicht die einzige, die von diesem Pfleger bedroht und geschlagen wurde, so die alte Dame weiter. Die Überforderung, der Druck, die Zeitnot und die Intensität, die bei der Pflege von alten, schwachen und kranken Menschen nötig ist, bringt Krankenpfleger oft in tiefe Verzweiflung. Einige halten diesem Druck nicht stand, und ihre Anspannung entlädt sich dann auf genau jene Menschen, die ihrer Fürsorge bedürften. Es muss sich wirklich schnell etwas ändern, denn die Menschlichkeit ist in vielen Altersresidenzen schon vollständig abhanden gekommen. Es fehlt nicht mehr viel, und die Altenpflege läuft auf eine herzlose Abfertigungsmaschinerie hinaus, die sowohl dem Gesundheitspersonal als auch den Bewohnern ein würdevolles Miteinander absolut unmöglich macht.

Polnische Pflegekräfte aus Osteuropa

Die Pflegekraft aus Polen

Die Pflege durch polnische Pflegekräfte ist deutlich preiswerter durch einen inländischen Pflegedienst, weshalb deutsche Dienstleister die 24-Stunden-Betreuung nur zu kaum bezahlbaren Preisen anbieten . Auf eine nahezu rund um die Uhr bereitstehende Pflegekraft angewiesene Menschen müssen neben der Qualität der Pflege auch auf die Kosten achten, zumal die Leistungen der Pflegekasse für die vollständige Bezahlung der notwendigen Dienstleistungen nicht ausreichen. Bei der Beauftragung ausländischer Pflegekräfte bezahlt die Pflegeversicherung allerdings nur Geldleistungen, die deutlich niedriger als die Sachleistungen für dieselbe Pflegestufe ausfallen.

Was heißt Pflege rund um die Uhr?

Selbstverständlich gelten die übliche Arbeitszeitregeln auch für entsendete polnische Pflegekräfte, sodass diese nicht ohne jede Unterbrechung vierundzwanzig Stunden am Tag zur Verfügung stehen. Mit der Pflege rund um die Uhr ist gemeint, dass die Pflegekraft in der Wohnung des Pflegebedürftigen wohnt und ihm bei Bedarf auch außerhalb der eigentlichen Pflegezeit zur Verfügung steht.

Es ist somit gewährleistet, dass der zu pflegende Mensch seine Pflegeperson auch in der Nacht rufen kann, sodass er bei Bedarf schnelle Hilfe erhält. Wie bei jedem Pflegedienst, so werden auch bei der Beauftragung der Pflegekräfte aus Polen die zu erledigenden Aufgaben im Pflegevertrag festgehalten. Dabei ist die Vereinbarung zusätzlicher Dienstleistungen wie das regelmäßige Vorlesen, die Begleitung auf Spaziergängen und auch das Durchführen von Einkäufen und Besorgungen sinnvoll. Medizinische Vorrichtungen dürfen die osteuropäischen Pflegekräfte jedoch zumeist nicht leisten, sodass für deren Vornahme zusätzlich ein mobiler inländischer Pflegedienst tätig wird.

Voraussetzungen für die Pflege rund um die Uhr

Polnische Pflegekräfte, die nahezu rund um die Uhr zur Verfügung stehen, benötigen ein eigenes Zimmer in der Wohnung des zu pflegenden Patienten. Andernfalls könnte die Pflegekraft die Pflegeperson bei einem Notfall nicht schnell genug erreichen. Das Zimmer sollte fertig eingerichtet sein. Ob die Pflegeperson für Besorgungen das im Haushalt vorhandene Auto benutzen kann oder ein Fahrrad zur Verfügung gestellt bekommt, richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen und nach dem Umfang der von ihr zu erledigenden Besorgungen.

In der Regel werden polnische Pflegekräfte zu ihrem Einsatzort gebracht. In Einzelfällen ist es erforderlich, sie am Bahnhof oder am Flughafen abzuholen, da sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Sollte hierzu keine Möglichkeit bestehen, weist der Auftraggeber die Vermittlungsagentur für polnische Pflegekräfte bei der Buchung darauf hin, sodass diese in jedem Fall die Fahrt bis zum Einsatzort organisiert.

Der Vorteil entsendeter Pflegerinnen

Viele der in Deutschland tätigen Pflegekräfte aus Polen werden von einem polnischen Pflegedienst entsendet. Sie beziehen ihr Gehalt somit direkt vom Pflegedienstleister aus Polen. Eine besondere Anmeldung des von einem einheimischen Pflegedienst entsendeten polnischen Pflegepersonals bei den deutschen Behörden ist nicht erforderlich, da es sich um eine im Rahmen der EU-Freizügigkeit durchgeführte Dienstleistung eines Unternehmens aus einem Staat des europäischen Binnenmarktes handelt.

Wenn Pflegebedürftige beziehungsweise ihre Angehörigen eine von einem polnischen Pflegedienst entsendete Person beauftragen, brauchen sie sich nicht um eine Vertretung für den Urlaub oder im Krankheitsfall zu kümmern. Stattdessen schickt der Pflegedienst, mit dem der Pflegevertrag abgeschlossen wurde, von sich aus eine geeignete Vertretung. Dafür entstehen dem zu pflegenden Patienten keine zusätzlichen Kosten, denn die Bezahlung des Urlaubsgeldes und der Lohnfortzahlung obliegt ebenfalls dem polnischen Unternehmen. Vorlegen lassen sollte sich der Auftraggeber jedoch die Bestätigung, dass der polnische Pflegedienst seinen Arbeitgeberpflichten nachkommt und die in Polen fälligen Sozialabgaben ordnungsgemäß abführt.

Entsendete polnische Pflegerinnen und das Weisungsrecht

Die rechtliche Weisungsbefugnis gilt beim Einsatz entsendeter Pflegekräfte aus Polen für den jeweiligen Pflegedienst und nicht für den zu pflegenden Auftraggeber. In der Praxis entstehen hieraus kaum jemals Schwierigkeiten, da sich die Pflegerinnen und Pfleger selbstverständlich um das Wohl des zu Betreuenden kümmern und grundsätzlich seine Wünsche, sofern sich diese im Rahmen des Pflegevertrages bewegen, erfüllen. Hinsichtlich der Weisungsbefugnis kommt ohnehin zumeist eine pragmatische Regelung zur Anwendung: Der Pflegedienst erteilt seinen Mitarbeitern im Rahmen der Entsendung die Weisung, die Pflege gemäß der Vereinbarungen im Pflegevertrag durchzuführen und auf die während des Dienstes erkennbaren Bedürfnisse des betreuten Patienten einzugehen.

Bei der Beauftragung eines polnischen Pflegedienstes besteht keine Möglichkeit, eine konkrete Pflegekraft auszuwählen. Das wäre bei der Pflege durch eine deutsche Pflegerin ebenfalls nicht der Fall und stellt somit keinen besonderen Nachteil dar. Aufgrund des Lebens der Mitarbeiterin im Haushalt der Pflegeperson ist es jedoch wünschenswert, dass beide gut miteinander zurechtkommen. Sollte das ausnahmsweise nicht zutreffen, wechselt der polnische Dienstleister nach Möglichkeit auf Wunsch des Auftraggebers die zu entsendende Pflegeperson aus.

Direkt im Haushalt angestellte polnische Pflegekräfte

Wenige zu pflegende Patienten beziehungsweise ihre Angehörigen entscheiden sich gegen die Beauftragung eines gewerblichen Pflegedienstes aus Polen und für die direkte Einstellung der Pflegekräfte aus Polen. In diesem Fall übernehmen sie die Rolle des Arbeitgebers und sind sowohl für die Bezahlung von Urlaubsgeld als auch für die Übernahme der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall verantwortlich. Zugleich ist die Anmeldung der Pflegekraft bei der Sozialversicherung erforderlich.

Es ist ebenfalls möglich, über eine polnische Agentur selbstständige Pflegekräfte aus Polen anzufordern. Dabei muss der Pflegevertrag so gestaltet werden, dass keine Scheinselbstständigkeit unterstellt werden kann. Eine exakte Definition für die Scheinselbstständigkeit einer polnischen Pflegekraft existiert nicht. Mögliche Merkmale sind die Weisungsgebundenheit besonders hinsichtlich der Arbeitszeit und die Tätigkeit an einer einzigen Pflegestelle. Die Gefahr, dass der Zoll eine Scheinselbstständigkeit annimmt, ist deshalb bei einer nur vertretungsweise für einen bestimmten Zeitraum beauftragten polnischen Pflegekraft geringer als bei der dauerhaften Beschäftigung einer solchen.

Demenz – Eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Demenz » Die Angst vor dem Vergessen

Jeder hat Angst davor, von ihr erwischt zu werden: die Demenz. Was ist eine Demenz? Sind Demenz und Alzheimer dasselbe? Gibt es prädestinierte Menschen für diese Erkrankung? Ist sie heilbar?

Was ist eine Demenz?

Demenz ist ein Oberbegriff einer vielseitigen Erkrankung des Gehirns, die zu einer starken Einschränkung bis hin zum Verlust der Hirnleistung führen kann. Zum größten Teil liegt hier eine organische Hirnschädigung vor, man spricht von einer primären Demenz. Bei der Demenz sind Erinnerungen nicht mehr abrufbar, das Denken enthält Fehler und/oder Lücken, auch kann die Orientierung, selbst in den eigenen vier Wänden, stark eingeschränkt sein. Betroffene sind im späteren Verlauf der Erkrankung auf Pflege angewiesen. Jede Demenzerkrankung endet früher oder später in einer immer stärkeren Abnahme der Gehirnzellen und somit zu einem immensen Verlust der Hirnleistung. Bei der Demenz wird zwischen einer primären und einer sekundären Demenz unterschieden, die auch verschiedene Auslöser haben können.

Primäre und sekundäre Demenzen

Die primäre Demenz ist die mit bis zu 90% am häufigsten diagnostizierte Form dieser Erkrankung. Sie entsteht aus Schäden des Gehirns durch den Abbau von Gehirnzellen, neurodegenerative Veränderungen, die in den meisten Fällen durch Eiweißablagerungen in den Nervenzellen hervorgerufen werden. Sie ist nicht heilbar. Zu ihnen gehört die Alzheimer-Demenz. Eine sekundäre Demenz entsteht aus Erkrankungen, die nicht das Gehirn direkt betreffen. So können Medikamentenvergiftungen, Alkoholmissbrauch, oder auch eine Schilddrüsenunterfunktion der Auslöser für diese Erkrankung sein. Auch kann ein Schlaganfall Ursache einer beginnenden Hirnleistungsstörung sein. Die sekundäre Demenz ist in der Regel heilbar oder zumindest besteht eine große Chance, sie zu entschleunigen oder hinauszuzögern, wenn man den Auslöser findet. Eine große Gefahr dabei besteht darin, dass diese Auslöser zu spät erkannt und behandelt werden. Hier können bereits starke Schädigungen am Gehirn entstanden sein.

Demenz – Unterformen

Zu den primären Formen einer Demenz gehören beispielsweise Alzheimer, Morbus Pick und Parkinson.
In die sekundären Demenzformen reihen sich u.a. die Alkohol- und die Vaskulär-Demenz oder das Korsakow-Syndrom ein. Die durch Alkohol verursachte Demenz macht sich z.B. durch Gedächtnisstörungen wie z.B. Vergesslichkeit, Planungsfehler oder starke Persönlichkeitsveränderungen wie Aggressivität bemerkbar. Bei der vaskulären Demenz, die die zweithäufigste Demenzform darstellt, sollte dringend auf einen Schlaganfall untersucht werden, vor Allem, wenn eine plötzliche Sprachstörung auftritt. Dies kann durch eine Durchblutungsstörung hervorgerufen werden. Weitere bekannte Demenzformen sind: die frontotemporale Demenz, ein Schädel-Hirn-Trauma oder auch die durch eine falsche Ernährung ausgelöste Fettstoffwechsel-Demenz, durch zu viele tierische Fette.

Ist eine Demenzerkrankung heilbar?

Leider nein. Aber man kann viel tun, um den Verlauf, zumindest bei einer sekundären Demenz, zu verlangsamen oder hinauszuzögern. Jede Demenzerkrankung kann behandelt werden. Beispielsweise durch bestimmte, verschreibungspflichtige Medikamente oder auch durch Training.

Problembewältigung im Alltag

Erkrankte Personen, und gerade die mit Orientierungsschwierigkeiten, können ihren Alltag kaum noch allein bewältigen. Idealerweise übernimmt der Partner die Pflege, andernfalls wird oft eine Heimunterbringung von Nöten sein, wenn Angehörige nicht in Frage kommen. Für Angehörige ist es oftmals sehr schwer, mit einem dementen Familienmitglied umzugehen. Auch wenn es nicht ersichtlich ist, warum sich der Erkrankte gerade so verhält, er tut es keinesfalls mit böser Absicht. Die Betroffenen sind sich ihrer Taten nicht bewusst. Pflegende können diesbezüglich Hilfe bekommen und sich aufklären lassen. Wichtig sind Geduld und ein dickes Fell.

Gibt es Menschen, die besonders gefährdet sind, an einer Demenz zu erkranken?

Ja. Natürlich kann es jeden treffen, aber bestimmte Personengruppen haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, an diesem geistigen Verfall zu erkranken. Diese sind: Alkohol- und Medikamentensüchtige, aber auch Menschen mit einem nicht behandelten Bluthochdruck.

Demenzversicherung
Weil Demenz intensive Pflege braucht

Hautkrebs: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln

Hautkrebs rechtzeitig erkennen

Es ist die sichtbarste Form von Krebs: Hautkrebs. Trotzdem dauert es oft lange, bis er erkannt wird. Weil die Erkrankung erst Jahrzehnte nach der gefährlichen UV-Exposition auftritt, bringen viele Deutsche verdächtige Hautveränderungen nicht direkt mit Krebs in Verbindung und zögern den Arztbesuch hinaus. Lesen Sie, wer besonders gefährdet ist, welche Schutzmaßnahmen wirklich helfen, und wie Sie Hautkrebs frühzeitig erkennen.

Hautkrebs auf dem Vormarsch

Rund 200.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Hautkrebs. Aktuelle Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Erkrankungsrate steigt. Zwischen 2005 und 2012 nahm die Zahl der Erkrankungen am weißen Hautkrebs um 27 Prozent zu, am schwarzen Hautkrebs erkrankten sogar 60 Prozent mehr Menschen. Das maligne Melanom, wie der schwarze Hautkrebs auch genannt wird, ist die gefährlichste Form der Hautkrebserkrankungen. Denn anders als beim weißen Hautkrebs (Basalzell- und Stachelzellkrebs) bleibt es beim schwarzen Hautkrebs nicht bei Hautveränderungen. Das Melanom streut und mit der Zeit entstehen Metastasen im Gehirn, in den Knochen, der Leber oder Lunge. Fast 3.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an der bösartigen Hautkrebserkrankung. Für alle Hautkrebsarten sind UV-Strahlen der wichtigste Risikofaktor – nicht nur die der Sonne, sondern auch die aus dem Solarium.

Hautkrebs: Wer ist gefährdet?

Grundsätzlich kann jede Person in jedem Alter an Hautkrebs erkranken. Frauen erhalten die Diagnose oft in jüngeren Jahren, während es bei Männern häufiger erst in der zweiten Lebenshälfte der Fall ist. Laut dem Statistischen Bundesamt tritt der schwarze Hautkrebs bei Frauen verstärkt an Beinen und Hüfte auf, bei Männern am Rumpf. Der weiße Hautkrebs wird bei beiden Geschlechtern vor allem auf exponierten Stellen (Gesicht, Kopf und Ohren) diagnostiziert. Folgende Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet:

  • Personen mit heller Haut, die zu Sonnenbrand neigt.
  • Personen mit empfindlicher Haut.
  • Personen, die mindestens 50 Leberflecken haben.
  • Personen, die als Kinder oder Erwachsene häufiger Sonnenbrände hatten.
  • Personen, die sich beruflich oder privat viel in der Sonne aufhalten.
  • Personen, die ins Solarium gehen.
  • Personen, bei denen Hautkrebs in der Familie vorkommt.

Schutzmaßnahmen nicht nur für Risikogruppe wichtig

Obwohl die genetische Vorbelastung eine gewisse Rolle spielt, sollten sich alle Menschen und vor allem Kinder vorbeugend schützen. Weil Kinderhaut dünner und noch unzureichend pigmentiert ist, ist sie für Schäden viel empfänglicher. Der beste Schutz vor Hautkrebserkrankungen ist UV-Strahlen zu meiden. Besonders intensiv und gefährlich sind die Strahlen um den Mittag herum, erst ab 15 Uhr lässt die Intensität nach. Was viele Menschen nicht wissen: Selbst bei bewölktem Himmel finden die gefährlichen UV-Strahlen ihren Weg auf unsere Haut. Und: Hautschutz ist nicht nur ein Thema für den Urlaub. Auch hierzulande werden Strahlungswerte erreicht, die Schutzmaßnahmen erforderlich oder gar absolut notwendig machen. Das Bundesamt für Strahlenschutz erstellt für jeden Tag eine Prognose, die die Stärke der regionalen UV-Belastung auf einer Skala von 1 bis 11+ angibt. Wer an Tagen mit hoher Belastung tagsüber joggen oder gärtnern will, sollte zu Kopfbedeckung, Sonnenbrille und sonnendichte Kleidung greifen. Exponierte Hautstellen gilt es mit Sonnencreme einzureiben. Wichtig ist es ein Produkt zu wählen, das vor UVA und UVB schützt und mindestens einen Lichtschutzfaktor (LSF) 30 hat.

So erkennen Sie Hautkrebs

Wird Hautkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Deshalb sollten nicht nur Sonnenanbeter ihre Haut regelmäßig nach verdächtigen Veränderungen absuchen. Die sogenannte ABCDE-Regel hilft dabei. Die Buchstaben beziehen sich auf das Erscheinungsbild von Leberflecken: A für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Couleur (Farbe) und D für Durchmesser. Erweist sich ein Leberfleck nicht als gleichmäßig oval oder rund, hat unklare Umrisse, ist auffällig groß (mindestens 5 Millimeter) oder weist einen unregelmäßigen Farbverlauf auf, könnte er das Risiko für die Entstehung von Krebs in sich bergen. Als Daumenregel gilt: Zeigen sich Auffälligkeiten bei mindestens zwei der Kriterien, ist ein Besuch beim Arzt dringend empfohlen. Ebenso sollten Hautveränderungen, die rötlich oder rau sind, bluten oder jucken, beim Hautarzt oder Dermatologen abgeklärt werden. Bedenklich verändertes Gewebe kann im Frühstadium oft ambulant operativ entfernt werden. Damit Hautkrebs keine Chance hat, sollte das kostenlose Hautscreening zur Früherkennung alle zwei Jahre wahrgenommen werden. Die Kosten für die gründliche Hautuntersuchung werden für alle Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Pflege zu Hause – wie wichtig sind Prophylaxen?

Pflege zu Hause – eine schwere Aufgabe

Pflege: Was tun, wenn ein Mensch pflegebedürftig wird?

Wer sich dafür entscheidet, Angehörige zu Hause zu pflegen, ist gut beraten, sich im Vorfeld darüber zu informieren, was auf ihn zukommt.

Die wenigsten Menschen haben eine Vorstellung davon, was Pflege bedeutet. Ein altes oder schwer krankes Familienmitglied zu betreuen, beinhaltet nicht nur, die Grundpflege zu übernehmen, also beim Waschen, Ankleiden oder der Mahlzeit zu helfen. Alter beispielsweise ist keine Krankheit, die geheilt werden kann. Alter ist ein Prozess, der eben nur in eine Richtung führt, eine Umkehr ist nicht möglich. Pflege eines alten Menschen heißt deshalb auch, Krankheiten abzuwenden, die auf Grund der Allgemeinsituation entstehen können und die den Allgemeinzustand nur noch verschlechtern würden. Dieses Abwenden und Vorbeugen von bestimmten Krankheiten nennt man Prophylaxen. Zu den wichtigsten Prophylaxen zählen die gegen Wundliegen, Lungenentzündung, Sehnenverkürzung und Gelenksteifigkeit und die gegen Bildung von Blutgerinnsel, die dann wandern können und Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombose oder ähnlich schlimme Konsequenzen haben können.

Wenn das Liegen zur Qual wird – Dekubitus

Gegen Wundliegen, eine der weitverbreiteten Komplikation, die Bettlägerigkeit mit sich bringen kann, hilft nur konsequente und fachgerechte Lagerung. Die Druckstellen entstehen, weil die Mikrodurchblutung der Haut durch längeres Liegen auf einer Stelle gestört ist. Dies hat zur Folge, dass Wunden entstehen, die sich zum einen sehr leicht infizieren, zum anderen aber auch sehr schlecht wieder heilen – im Gegenteil, sie neigen eher dazu, größer und tiefer zu werden. Erste Anzeichen von Wundliegen sind Rötungen an aufliegenden Stellen. Zu den gefährdeten Bereichen gehören alle Körperregionen, die wenig Unterhautfettgewebe besitzen, also das Steißbein, die Wirbelkörper, die Hüften und Schulterblätter, aber auch die Fersen und die Ohrmuscheln.

Vemieden werden kann Wundliegen folglich durch konsequente Entlastung, d. h. häufiges Umlagern und Weichlagerung der betreffenden Stellen, aber auch gute Hautpflege gehört dazu, wobei sich die Körperpflege auch bestens eignet, dabei die gefährdeten Stellen zu inspizieren und zu beurteilen, ob Anzeichen zu sehen sind oder nicht. Auch eine Mobilisation, d. h., den Menschen ab und an für eine gewisse Zeit in einen Sessel setzen, wenn möglich ein paar Schritte laufen – ist eine ganz wichtige Prophylaxe gegen Wundliegen.

Freiraum schaffen – Luft zum Atmen

Die Lungenentzündung stellt für Bettlägerige deshalb eine Gefahr dar, da im Liegen die Belüftung und die Durchblutung der Lungenflügel nicht so gegeben ist wie bei Menschen, die sich bewegen. Dadurch kann sich leichter Sekret ansammeln, das Abhusten fällt schwerer – es kann zu einer Lungenentzündung kommen. Vorbeugende Maßnahme ist auch hier die häufige Mobilisation und das regelmäßige Umlagern. Die Lungen werden besser belüftet, der bettlägerige Mensch kann tiefer durchatmen, das Abhusten von Sekret fällt leichter. Unterstützend wirken Abreibungen des Rückens mit Franzbranntwein. Durch den Kältereiz atmet der Mensch automatisch tief ein.

Passiv und aktiv bewegen – keine Chance für Kontrakturen

Ein weiteres Problem, das durch mangelnde Bewegung und längeres Liegen auftreten kann, ist die Verkürzung der Sehen, was eine Unbeweglichkeit der Gelenke zur Folge hat. Besonders gefährdet sind hier die Extremitäten, also die Ellbogen, die Handgelenke, die Finger, die Knie und die Fußgelenke. Neben einer regelmäßigen Mobilisation beugt auch ein konsequentes, passives Durchbewegen, also Beugen und Strecken der genannten Gelenke, einer Beeinträchtigung vor. Das kann der Pflegende selbst durchführen, aber auch eine Krankengymnastik, vom Arzt verordnet, ist von Vorteil.

Alles fließt – Thrombose & Co

Um der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen, die ernste Folgen haben können, ist ebenfalls die Mobilisation das Mittel der Wahl. Im liegenden Zustand fließt das Blut langsamer, die Gefahr, dass sich Gerinnsel bilden ist gerade bei älteren Menschen, die häufig auch unter Gefäßerkrankungen leiden, ist groß. Den Blutfluss unterstützen kann der Pflegende auch mit Ausstreichungen, wieder beispielsweise mit Franzbranntwein. Hierzu werden die Waden immer in Richtung Körperstamm mit leichtem Druck massiert.

Raus aus den Federn – die Allround-Prophylaxe

Bei allen Prophylaxen steht also die Mobilisation des pflegebedürftigen Menschen im Vordergrund. Das Herausholen aus dem Bett bietet allerdings nicht nur gesundheitliche Vorteile, auch auf die Psyche wirkt sich die Mobilisation sehr positiv aus. Der pflegebedürftige Mensch kann mehr am Leben teilnehmen, hat eine normalere Perspektive, schaut also nicht nur die Decke oder die Wand an, sondern kann auch mal aus einem Fenster blicken. Im Idealfall kann er so auch mal an die frische Luft, etwa in einem Rollstuhl. Die Lebensqualität kann gesteigert werden, die kleinen Freuden des Lebens noch empfunden werden.