Sommerthema Hautkrebs: Vorbeugen, Erkennen, Behandeln

Es ist die sichtbarste Form von Krebs: Hautkrebs. Trotzdem dauert es oft lange, bis er erkannt wird. Weil die Erkrankung erst Jahrzehnte nach der gefährlichen UV-Exposition auftritt, bringen viele Deutsche verdächtige Hautveränderungen nicht direkt mit Krebs in Verbindung und zögern den Arztbesuch hinaus. Lesen Sie, wer besonders gefährdet ist, welche Schutzmaßnahmen wirklich helfen, und wie Sie Hautkrebs frühzeitig erkennen.

Hautkrebs auf dem Vormarsch

Rund 200.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Hautkrebs. Aktuelle Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Trend: Die Erkrankungsrate steigt. Zwischen 2005 und 2012 nahm die Zahl der Erkrankungen am weißen Hautkrebs um 27 Prozent zu, am schwarzen Hautkrebs erkrankten sogar 60 Prozent mehr Menschen. Das maligne Melanom, wie der schwarze Hautkrebs auch genannt wird, ist die gefährlichste Form der Hautkrebserkrankungen. Denn anders als beim weißen Hautkrebs (Basalzell- und Stachelzellkrebs) bleibt es beim schwarzen Hautkrebs nicht bei Hautveränderungen. Das Melanom streut und mit der Zeit entstehen Metastasen im Gehirn, in den Knochen, der Leber oder Lunge. Fast 3.000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an der bösartigen Hautkrebserkrankung. Für alle Hautkrebsarten sind UV-Strahlen der wichtigste Risikofaktor – nicht nur die der Sonne, sondern auch die aus dem Solarium.

Hautkrebs: Wer ist gefährdet?

Grundsätzlich kann jede Person in jedem Alter an Hautkrebs erkranken. Frauen erhalten die Diagnose oft in jüngeren Jahren, während es bei Männern häufiger erst in der zweiten Lebenshälfte der Fall ist. Laut dem Statistischen Bundesamt tritt der schwarze Hautkrebs bei Frauen verstärkt an Beinen und Hüfte auf, bei Männern am Rumpf. Der weiße Hautkrebs wird bei beiden Geschlechtern vor allem auf exponierten Stellen (Gesicht, Kopf und Ohren) diagnostiziert. Folgende Bevölkerungsgruppen sind besonders gefährdet:

  • Personen mit heller Haut, die zu Sonnenbrand neigt.
  • Personen mit empfindlicher Haut.
  • Personen, die mindestens 50 Leberflecken haben.
  • Personen, die als Kinder oder Erwachsene häufiger Sonnenbrände hatten.
  • Personen, die sich beruflich oder privat viel in der Sonne aufhalten.
  • Personen, die ins Solarium gehen.
  • Personen, bei denen Hautkrebs in der Familie vorkommt.

Schutzmaßnahmen nicht nur für Risikogruppe wichtig

Obwohl die genetische Vorbelastung eine gewisse Rolle spielt, sollten sich alle Menschen und vor allem Kinder vorbeugend schützen. Weil Kinderhaut dünner und noch unzureichend pigmentiert ist, ist sie für Schäden viel empfänglicher. Der beste Schutz vor Hautkrebserkrankungen ist UV-Strahlen zu meiden. Besonders intensiv und gefährlich sind die Strahlen um den Mittag herum, erst ab 15 Uhr lässt die Intensität nach. Was viele Menschen nicht wissen: Selbst bei bewölktem Himmel finden die gefährlichen UV-Strahlen ihren Weg auf unsere Haut. Und: Hautschutz ist nicht nur ein Thema für den Urlaub. Auch hierzulande werden Strahlungswerte erreicht, die Schutzmaßnahmen erforderlich oder gar absolut notwendig machen. Das Bundesamt für Strahlenschutz erstellt für jeden Tag eine Prognose, die die Stärke der regionalen UV-Belastung auf einer Skala von 1 bis 11+ angibt. Wer an Tagen mit hoher Belastung tagsüber joggen oder gärtnern will, sollte zu Kopfbedeckung, Sonnenbrille und sonnendichte Kleidung greifen. Exponierte Hautstellen gilt es mit Sonnencreme einzureiben. Wichtig ist es ein Produkt zu wählen, das vor UVA und UVB schützt und mindestens einen Lichtschutzfaktor (LSF) 30 hat.

So erkennen Sie Hautkrebs

Wird Hautkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen gut. Deshalb sollten nicht nur Sonnenanbeter ihre Haut regelmäßig nach verdächtigen Veränderungen absuchen. Die sogenannte ABCDE-Regel hilft dabei. Die Buchstaben beziehen sich auf das Erscheinungsbild von Leberflecken: A für Asymmetrie, B für Begrenzung, C für Couleur (Farbe) und D für Durchmesser. Erweist sich ein Leberfleck nicht als gleichmäßig oval oder rund, hat unklare Umrisse, ist auffällig groß (mindestens 5 Millimeter) oder weist einen unregelmäßigen Farbverlauf auf, könnte er das Risiko für die Entstehung von Krebs in sich bergen. Als Daumenregel gilt: Zeigen sich Auffälligkeiten bei mindestens zwei der Kriterien, ist ein Besuch beim Arzt dringend empfohlen. Ebenso sollten Hautveränderungen, die rötlich oder rau sind, bluten oder jucken, beim Hautarzt oder Dermatologen abgeklärt werden. Bedenklich verändertes Gewebe kann im Frühstadium oft ambulant operativ entfernt werden. Damit Hautkrebs keine Chance hat, sollte das kostenlose Hautscreening zur Früherkennung alle zwei Jahre wahrgenommen werden. Die Kosten für die gründliche Hautuntersuchung werden für alle Versicherten ab einem Alter von 35 Jahren von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.